China sperrt Zugang zu YouTube und wir Deutschen die Augen zu

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Seit Montag können ca. 300 Millionen Chinesen nicht mehr auf YouTube zugreifen. Gründe hierfür nannt die chinesische Regierung nicht, wie aus der Basler Zeitung und Focus online zu entnehmen ist.

Bereits zum wiederholtem Mal prallt aus- und inländische Berichterstattung an der ideologischen Firewall ab.

Angesichts unseren eigenen Geschichte wirft dies nicht nur in politischer Hinsicht  Sinnfragen auf. Bereits Erich Honecker konnte sein Volk durch den Bau des Antifaschistischen Schutzwalls, auch Berliner Mauer genannt, nicht davon abhalten das sich Menschen zu reflektierenden Staatsbürgern entwickeln. 

Chinas Macht-Politik der absoluten Informationskontrolle kann daher nur als verzweifelter Versuch des Hinauszögerns freiheitspolitischer Entwicklungsprozesse betrachtet werden, welche dadurch erst stark beschleugnigt werden. Druck erzeugt Widerstand und erhöht die Intensität der Konfrontation.

Unter marktwirtschaftlicher Betrachtung wird anhand von Chinas Zugriffsverweigerung auf YouTube deutlich, mit welchen Konsequenzen Firmen und Länder rechnen müssen, welche Chinas Politik nicht teilen oder wie im Falle von YouTube lediglich eine global nutzbare Kommunikationsplattform zur Verfügung stellen.

Entweder es kommt von Anfang an zu keinen Geschäftsabschlüssen oder China schließt solche Unternehmen zeitweilig oder ganz vom chinesichen Markt aus.
Was dies zukünftig für Social Networks wie Twitter, Facebook, etc. bedeuten könnte, darüber reden wir lieber nicht.

Wie gut das sich weder uns Europäern noch Amerikanern diese Frage stellt.
Wir verkaufen ja schließlich nicht das Produkt: Freiheit, gewonnen aus Bürgerkriegen, Revolutionen und Montagsdemonstrationen.

Nein, wir verkaufen fortschrittliche Ingenieurleistungen, Autos, Atomkraftwerke und Transrapids. Das war aber nur möglich, gerade weil wir uns auf der Basis der Errungschaft "Freiheit" selbst dazu befähigen konnten.

Ein gutes Gefühl es geschafft zu haben, lehnen wir uns zurück, genießen die Früchte unseres Exports, lassen den Dalai Lama ohne Empfang vor der Tür stehen (der grinst bestimmt seit Jahren nicht ohne Grund) und winken ab und zu bei China Besuchen zum Thema Menschenrechte böse mit dem verbalen Zeigefinger.

Über Freiheit und Menschrechte reden wir mit den Chinesen erst dann, wenn sich in China ein Systemwechsel vollzogen hat, der keine Wirtschaftssanktionen nach sich zieht- versprochen!

Fairer Weise sollten wir aber bis dahin das Amt des Bundeskanzlers in "Aufsichtsratsvorsitzender" umbenennen, sonst könnte der Eindruck entstehen das deutsche Volk habe wieder mal "von nichts gewußt".