Macroblogging - Die Ablösung konventioneller Blogs

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Ich schreibe gerne und viel. Doch nicht jeder Gedankengang den ich schriftlich in meinem Blog veröffentlichen möchte ergäbe einen Artikel und wäre zu umfangreich um ihn in 140 Zeichen auf Twitter zu pressen.

Hinzu kommt, das ich eine Artikel-Veröffentlichung ebenso auf webnews.de, yigg.de und yeebase.de publizieren müßte, um ihn zu promoten, d. h. für Leser der genannten News-Portale Aufmerksamkeit zu erzeugen.

slowtime (Blog) vs. realtime (Twitter) - Was ist der Ausweg?

friendfeed ist mit seinem 351 Zeichen maximal Angebot keine echte Alternative, zumal ff neben Twitter eher zweitrangig als Informationsquelle rangiert.

Ich würde mir ein Twitter-Macroblogging-Mashup wünschen mit dem es möglich wird, kleineren und umfangreichen content realtime zu veröffentlichen - und - es dem Followern gestattet ist, in Diskussion zum Thema zu treten, ohne die 140 Zeichen-Limitierung.

Barrierefreiheit - TFM

Das Twitter-Follower-Modell (TFM) an sich ist m. E. die bessere Alternative in der Informationsrecherche. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, das die meisten Leser auch solche bleiben möchten und eine Registrierung für die Kommentarfunktion auf einer Website scheuen. Mittels TFM ist die Registrierungshürde bereits genommen, denn Leser können jederzeit Kommentare als Replies in den Macrobloggingstream senden und die SuFu benutzen.

Meines Erachtens krankt die Blogosphäre ebenso, wie der klassische Journalismus an der Umstellung der Informationsbeschaffungsgewohnheiten ihrer Leser und Abonnenten.

Leser und User unterliegen nicht mehr wie bisher dem Mißbrauch durch große Websites als "Klick-Vieh" für deren AdSense-Werbung oder wie bei Zeitungen als zahlende Abonennten, deren Contentangebote nicht auf die Bedürfnisse der Leser zugeschnitten sind.

Diese Passivität als Leser hat sich spätestens durch Twitter, Facebook und friendfeed zur Aktivität als webresearcher gewandelt, welcher die für sie relevanten Informationen aus dem Twitterverse und aus Internetforen heraussucht, filtert und verarbeitend/diskutierend dem persönlichen Problemlösungsprozess zuführt.

Diese Eigenbemühung ist nach meinen bisheringen Einschätzungen individuell nicht bzw. sehr schwer monetarisierbar.

Social Media Content Monetarisierung

Information ist mittlerweile eine Allgemeinquelle und - gut geworden, die von den Betreibern einer Website mehrheitlich durch AdSense Werbung und Verkauf von Werbeplätzen auf der Site monetarisiert wird.

Das Problem dabei ist, das zu gleicher Zeit anderenorts dieselbe oder ähnliche Information nach dem gleichen Modell oder kostenlos angeboten wird.

Besitzt eine Website kein Exklusivitätsmerkmal (spezielle Berater, Fachautoren, Fachmoderatoren, ambitionierte User die exquisite Guides schreiben), sinken die damit verbundene Popularität, sowie AdSense Werbeeinnahmen.

Das Einkommen aus einer Website allein durch Google AdSense zu generieren, ist in Bezug auf dessen Konkurrenten wie z. B. Bing, Yahoo oder Wolfram Alpha genauso gefährlich wie kurzsichtig - auch wenn die Einnahmen vielleicht bis jetzt noch keinen großen Grund zum Nachdenken geben. Die Konkurrenz wächst!

An der Monetarisierung von Twitter verdient zukünftig vermutlich Twitter selbst im großen Stile durch Premiumaccounts und spezielle Funktionen - nicht der User.

Im Applikationsbereich verdienen bereits jetzt Softwarefirmen mit Produkten wie Tweeple oder Hummingbird, welche die Follower eines Twitteraccounts strukturieren, content organisieren und neue Follower growen.

Third Party Apps, die contentunspezifische Werbetweets gegen Werbevergütung in den eigenen Twitterstream tracken, sind derzeit ebenso unlukrativ wie followerschädlich. Diese Art der Monetarisierung wird von den Followern einer Community meist mit einem "unfollow" quittiert, was nur zu gut nachvollziebar ist, denn wer will schon realtime Werbetweets lesen!

Falls sogenannte Kulturflatrates oder Journalismusflatrates nicht für die zwingend notwendigen Einnahmen für die Autoren des Webbusiness sorgen, bleibt derzeit wohl nur Google Adsense als Monetarisierungsmöglichkeit übrig. Muss es aber nicht! Mir ist zwar derzeit noch keine Zeitung oder Website bekannt, die eigene Apps für Iphone oder andere Mobilphones herausgebracht hat, wäre aber der Ansatz einen Markt zu erschließen ohne die Kundenbindung anderen zu überlassen. Das man neben dem Hauptprodukt noch andere Produkte (mittels dieser App) verkaufen kann, hat ja Tschibo schon bewiesen Smiling.

Im knallharten Verdrängungswettbewerb des kostenlosen Informationsbusiness, werden diejenigen Website-Betreiber das Rennen gewinnen, die ihrer Website ein Exklusivitätsmerkmal verleihen und weiter in die Richtung investieren. Wer dabei Social Medias wie Twitter nicht bedient, verzichtet verantwortlich auf 30 - 50% neue Leser! Für den Rest der webaffinen, ambitionierten Blogger werden nur ein paar bytes vom großen Social Media Cracker übrigbleiben, was ziemlich schade ist.